Manche Orte erzählen ihre Geschichte nicht laut, sondern leise. Die Burgruine Attinghausen ist so ein Ort. Sie thront nicht spektakulär auf einem unbezwingbaren Felsen, sondern steht bodenständig über dem Dorf – fast so, als wolle sie sagen: Ich bin noch da. Und ich habe einiges erlebt.
Direkt unterhalb dieser geschichtsträchtigen Mauern liegt ein Restaurant, das seinen Namen nicht zufällig trägt: die Pouletburg. Zwei Orte, eine Geschichte – und ein perfektes Ausflugsziel im Herzen des Kantons Uri.
⛰️ Die Burgruine Attinghausen – Macht, Feuer und Vergänglichkeit
Die Burg Attinghausen wurde vermutlich vor dem Jahr 1100 errichtet und war einst Sitz eines bedeutenden Adelsgeschlechts. Im Mittelalter kontrollierte man von hier aus das Tal, Handelswege und politische Macht. Dicke Mauern, ein mächtiger Turm und eine strategisch kluge Lage zeugen noch heute davon, dass diese Burg nicht nur Wohnsitz, sondern auch Symbol von Einfluss war.
Beim Rundgang durch die Ruine spürt man schnell: Hier wurde gelebt. Archäologische Funde zeigen, dass die Burg beheizt war, mit kunstvollen Kachelöfen und überraschend hohem Komfort für ihre Zeit. Doch wie so viele Burgen fand auch Attinghausen kein romantisches Ende. Ein Brand – vermutlich im 14. Jahrhundert – setzte der Anlage ein jähes Ende. Zurück blieben Mauern, Steine und Geschichten.
Heute ist die Ruine frei zugänglich. Kinder spielen Ritter, Erwachsene genießen die Aussicht, und alle teilen diesen besonderen Moment zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Burgruine ist kein Museum – sie ist ein offenes Geschichtsbuch.
🍗 Die Pouletburg – wenn Geschichte hungrig macht
Wer nach dem Burgbesuch den Hügel wieder hinabsteigt, landet fast automatisch bei der Pouletburg. Und hier wird klar, woher der Name stammt:
„Burg“ wegen der Ruine darüber – „Poulet“ wegen dem, was hier seit Jahrzehnten meisterhaft serviert wird.
Die Pouletburg ist kein trendiges Szenelokal. Sie ist ein Stück Uri. Gemütlich, ehrlich, traditionsbewusst. Berühmt ist sie vor allem für ihr Poulet im Chörbli – knusprig, saftig, begleitet von einer Sauce, über die Stammgäste mit der Ernsthaftigkeit mittelalterlicher Chronisten sprechen.
Was diesen Ort besonders macht, ist nicht nur das Essen, sondern das Gefühl. Hier sitzen Wanderer neben Einheimischen, Familien neben Geschäftsleuten. Man hört Dialekt, Lachen, manchmal auch Geschichten – und über allem wacht die alte Burg.
🪵 Zwei Orte, eine Idee
Die Verbindung zwischen Burgruine und Pouletburg ist mehr als geografisch. Beide Orte stehen für Beständigkeit:
Die Burg erinnert daran, dass Macht vergeht, aber Spuren bleiben.
Die Pouletburg zeigt, dass Tradition nicht altmodisch sein muss – sondern zeitlos.
Wo früher Ritter tafelten, wird heute Poulet serviert. Wo einst Wachposten standen, genießt man heute den Blick ins Tal. Das ist kein Bruch mit der Geschichte – es ist ihre Fortsetzung.
🌄 Ein perfekter Tagesausflug
So sieht ein idealer Besuch aus:
Vormittag: Spaziergang zur Burgruine, Entdeckung der Mauern, Fotos mit Blick auf das Reusstal.
Mittag: Abstieg zur Pouletburg, Hunger mitbringen, Zeit mitbringen.
Nachmittag: Noch ein Kaffee, vielleicht ein Verdauungsspaziergang durchs Dorf – und das Gefühl, einen Ort wirklich erlebt zu haben.
✨ Fazit
Attinghausen zeigt, wie wunderbar Geschichte und Alltag zusammengehen können. Die Burgruine erzählt von Macht, Feuer und Wandel. Die Pouletburg von Genuss, Gemeinschaft und Bodenständigkeit.
Und vielleicht ist das die schönste Erkenntnis:
Nicht jede Burg muss restauriert werden – manche dürfen einfach über ein gutes Essen warten.
Adresse: Kirchweg 6, 6468 Attinghausen, URI Betriebszeiten: 11:30 – 22:30
Tel:041-870-2184
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