Wie ich die Welt heute sehe: Macht, Globalisierung und die sich wandelnde Ordnung

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Wenn ich die Welt heute betrachte,

Ich sehe keinen klaren Kampf zwischen Gut und Böse oder zwischen Ost und West. Ich sehe ein System, das müde und überholt ist. Die Globalisierung, wie sie in den letzten Jahrzehnten konzipiert und propagiert wurde, hat ihre Grenzen erreicht. Seit vielen Jahren sage ich, dass die Globalisierung nicht funktioniert. Ich sprach dabei vor allem über das System der offenen Grenzen, durch das Menschen verschiedener ethnischer Gruppen, hauptsächlich aus östlichen Ländern, in die europäischen Länder strömten – Menschen aus verschiedenen Regionen, ethnischer Herkunft, Religionen, Glaubensrichtungen und Bräuchen sowie aus unterschiedlichen Klimazonen! Das war und ist meiner Meinung nach ein Schmelztiegel, der aufgrund von Vorurteilen und Hass jederzeit überkochen kann. Der Beweis dafür sind die Ereignisse in Deutschland und England. Die Globalisierung hat Märkte und Menschen miteinander verbunden, aber sie hat auch Macht konzentriert, Abhängigkeiten geschaffen und stillschweigend entschieden, wer die Regeln aufstellt und wer sich daran hält. Ein Großteil der heutigen globalen Spannungen entspringt diesem Ungleichgewicht.

Lange Zeit nach dem Kalten Krieg

drehte sich die Welt um ein einziges Machtzentrum: die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten. Die Globalisierung folgte dieser Logik. Handel, Finanzen, Institutionen und sogar politische Werte wurden als universell dargestellt, obwohl sie in Wirklichkeit westliche Prioritäten widerspiegelten. Dies brachte vielen Wachstum und Stabilität, hinterließ aber auch tiefe Narben: Industrien gingen verloren, Gesellschaften polarisierten sich, und ganze Regionen hatten das Gefühl, die Globalisierung sei ihnen aufgezwungen worden, nicht mit ihnen.

Deshalb sehe ich Donald Trump nicht als Ausnahmeerscheinung, sondern als Signal. Seine Rhetorik war grob und oft spaltend, doch die dahinterstehende Botschaft fand bei Millionen von Amerikanern Anklang: das Gefühl, die USA hätten jahrzehntelang die Kosten der globalen Führungsrolle beklagt, während andere das System ausgenutzt hätten. „America First“ war nicht nur Nationalismus – es war eine Reaktion auf eine Globalisierung, die sich selbst für ihren Hauptarchitekten nicht mehr fair anfühlte. Diese Botschaft zu ignorieren, wäre ein großer Fehler.

Der Krieg in der Ukraine

hat einmal mehr offengelegt, wie zersplittert die sogenannte „Weltordnung“ tatsächlich ist. Aus europäischer Sicht ist er eindeutig ein Angriff auf die Souveränität und das Völkerrecht. Doch wenn ich über Europa hinausblicke, fällt mir etwas Unbehagenhaftes auf: Ein Großteil der Welt betrachtet den Konflikt nicht unter denselben moralischen Gesichtspunkten. Viele Länder erinnern sich an Jahrzehnte, in denen das Völkerrecht von mächtigen Staaten flexibel, selektiv angewendet oder schlichtweg ignoriert wurde. Dies rechtfertigt zwar keine Aggression, erklärt aber den Mangel an globaler Einigkeit. Die Ukraine ist zu einer Bruchlinie zwischen westlichen Erwartungen und globaler Skepsis geworden.

Selbst Diskussionen, die beinahe surreal anmuten – wie das erneute Interesse an Grönland –, fügen sich in dieses Muster ein. Bei Grönland geht es nicht um Landkäufe, sondern um strategische Positionierung und zukünftigen Einfluss in der Arktis. Der offensichtliche Grund dafür ist das, was der russische Aggressor in der Nähe der Grenzen einiger europäischer Länder tut. Die Tatsache, dass solche Ideen wieder offen diskutiert werden, zeigt mir, dass wir in eine neue Ära des Großmachtdenkens eingetreten sind. Der Glaube, die Geschichte habe sich von territorialen Grenzen und roher Macht entfernt, erwies sich rückblickend als Illusion.

In diesem Kontext

Ist BRICS weitaus wichtiger, als viele im Westen wahrhaben wollen. Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass BRICS nicht von den Vereinigten Staaten oder Europa gegründet wurde. Es entstand aus Ländern wie Brasilien, Indien, China und Südafrika, die oft als „aufstrebende“ oder „östliche“ Länder bezeichnet werden, aber in Wirklichkeit die Mehrheit der Weltbevölkerung repräsentieren. BRICS ist nicht durch Ideologie oder gemeinsame Werte vereint, sondern durch Frustration – insbesondere über die westliche Dominanz im Finanzwesen, in Institutionen und im dollarbasierten System, die lange vor Trumps zweiter Amtszeit begann.

So viel zur Globalisierung!

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Ich sehe BRICS

nicht als einfache Alternative oder moralisches Gegengewicht. Die Mitglieder haben widerstreitende Interessen, unterschiedliche politische Systeme und eigene Machtambitionen. Doch ihr Wachstum sendet eine klare Botschaft: Die unipolare Weltordnung verliert an Bedeutung, und deshalb handelt Trump so, wie er handelt. Immer mehr Länder wollen Alternativen. Sie wollen Einfluss gewinnen. Sie wollen mitbestimmen, wie das globale System funktioniert, nicht nur Anweisungen erhalten.

Was mir am meisten Sorgen bereitet, ist nicht der Niedergang der westlichen Dominanz, sondern der Verlust von Vertrauen und Kooperation. Eine multipolare Welt kann ausgewogen und stabil sein – aber auch chaotisch und konfrontativ. Globale Probleme wie Klimawandel, Migration, Pandemien und technologische Umbrüche lassen sich nicht allein durch Blöcke und Rivalitäten lösen. Wenn sich Macht ausbreitet, muss sich auch Verantwortung ausbreiten.

Die eigentliche Herausforderung

besteht für mich nicht darin, zwischen der alten westlichen und der neuen östlichen Ordnung zu wählen. Es geht darum, die Globalisierung selbst neu zu denken – damit sie weniger arrogant, weniger hierarchisch und ehrlicher im Umgang mit Macht wird. Wir verlassen ein Zeitalter der vermeintlichen Führung und treten in ein Zeitalter der Verhandlung ein. Ob dieser Übergang zu Kooperation oder Konflikt führt, wird die Zukunft weit mehr prägen als jedes einzelne Land, jede Allianz oder jeder einzelne Führer.

Wünsche  allen eine schöne, stressfreie Woche!

Euer Blogging-Freund Ueli Köpf

 

 

 

 

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